Ausbilder Norbert Wilm
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Ausbilder Volker Kummerow
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Fährtenhundausbildung - Die Welt der Nase

 

Die Fährtenhundausbildung ist eine faszinierende Disziplin im Hundesport, bei der der Hund lernt, einer vom Menschen gelegten Spur (der "Fährte") mit tiefer Nase zu folgen.

 

Ziel:

Die Fährte gleichmäßig und konzentriert auszuarbeiten und dabei am Ende liegende Gegenstände (Holz, Leder) anzuzeigen.

 

Nutzen:

Es ist eine ideale geistige Auslastung für jeden Hund, stärkt die Bindung zum Halter und nutzt die angeborene Fähigkeit des Hundes optimal aus. Es erfordert Geduld und Fleiß von Hund und Mensch.

 

Die Fährtenhundausbildung im Hundesport (oft als Abteilung A des IGP-Sports oder als eigenständige Fährtenhundprüfung – FH – bezeichnet) (IGP = Internationale Gebrauchshundeprüfungsordnung) wird durch verschiedene Kriterien in ihrem Schwierigkeitsgrad gesteuert.

 

Hier sind die wichtigsten Details und Unterscheidungen:

 

Detaillierte Arten und Schwierigkeitsgrade der Fährten

Die Fährte selbst setzt sich aus den Gerüchen der Bodenverletzung (zerdrückte Pflanzen, aufgewühlte Mikroorganismen und Erde) zusammen.

 

Der Schwierigkeitsgrad variiert hauptsächlich durch:

1. Nach dem Fährtenleger

Dies ist die wichtigste Unterscheidung:

 

Fährtenart Beschreibung Schwierigkeit
 Eigenfährte Die Fährte wird vom eigenen Hundeführer gelegt. Der Hund kennt den Geruch und die Gangart der Person, was ihm die Arbeit erleichtert  Leichter (wird oft im Training oder in niedrigen Prüfungsstufen wie IGP-V verwendet)
Fremdfährte Die Fährte wird von einer fremden, dem Hund unbekannten Person gelegt. Der Hund muss sich rein auf den Geruch der Bodenverletzung konzentrieren, da der ihm bekannte Individualgeruch fehlt. Schwerer (in höheren Prüfungsstufen wie FCI-IGP 3 und FCI-FH 1, 2, 3 Standard)

2. Nach der Liegezeit (Alter der Fährte)

Die Zeit, die zwischen dem Legen der Fährte und dem Beginn der Suche vergeht, ist entscheidend, da der Geruch mit der Zeit verfliegt oder sich verändert:

 

- Kurze Liegezeit (z. B. 20–60 Minuten): Wird in niedrigen Prüfungsstufen verlangt. Die Spur ist noch relativ "frisch" und intensiv.

 

- Lange Liegezeit (z. B. 60–180 Minuten oder länger): Wird in Spezial-Fährtenhundprüfungen (FCI-FH 1, 2, 3) verlangt. Die Geruchsspur ist deutlich schwächer, was die Arbeit extrem anspruchsvoll macht.

 

3. Nach der Komplexität (Prüfungsstufen)

Die Anforderungen steigen mit jeder Prüfungsstufe (z. B. FCI-IGP 1, 2, 3 oder FCI-FH 1, 2, 3):

 

Kriterium Anfänger-Fährte (z. B. FCI-IGP 1) Profi-Fährte (z. B. FCI-FH 3)
 Länge Ca. mind. 300 Schritte  Mind. 1.800 Schritte
Winkel Wenige, meist rechte Winkel (90°) Bis zu 7 Winkel, mehrere spitze Winkel und große Bögen
Gegenstände 3 Gegenstände (z. B. Holz) Bis zu 7 Gegenstände
Verleitungen Keine Ja: Eine oder mehrere Verleitungsfährten (von einer zweiten Person gelegt) kreuzen die eigentliche Spur. Der Hund muss fährenrein bleiben und die Ablenkung ignorieren
Gelände Einfaches Gelände (z. B. Wiese) Wechselndes und schwieriges Geländer (Acker, Wiese, Waldboden)

4. Unterscheidung vom Mantrailing

Wichtig ist auch die Abgrenzung zum Mantrailing, obwohl beides Nasenarbeit ist:

Merkmal Fährtenarbeit Mantrailing
 Was wird gesucht? Die Bodenverletzung (Trittspur) des Fährtenlegers.  Der Individualgeruch einer bestimmten Person.
Startpunkt Der Hund wird am Abgang (Anfang der Spur) angesetzt. Der Hund bekommt einen Geruchsartikel (Kleidungsstück, o. Ä.) der gesuchten Person.
Nasenhaltung Tief (direkt auf dem Boden). Kann tief, halbhoch oder hoch sein.

Fotos aus Training und Prüfung